Samstag, 23. Juli 2016

12. und letzter Tag Vang

Am letzten Tag unseres Aufenthaltes unternehmen wir noch einmal eine kombinierte Rad-Wandertour in das kleine Fischerdorf Vang. 


Nach Vang geht es wieder steil runter - und entsprechend auch wieder rauf, aber das kennen wir ja jetzt. Das ist typisch Bornholm


An dieser 200 Jahre alten Wassermühle stellen wir unsere Räder ab und laufen rund um den Steinbruch.


Plötzlich taucht aus dem dichten Wald diese Brücke vor uns auf. Sie verbindet eine Schlucht, die vom Steinbruch zur Ostsee führt. Spektakulär, wir würden ungern auf der einen Seite hinunter und auf der anderen wieder hinauf klettern müssen.


Der Steinbruch, gewaltig.
Weiter geht es durch diesen Dschungel.


Unter uns die Mole von Vang. Hinten rechts sieht man die Burg Hammershus.


Die Steinbrecherei hat bizzare Landschaften geschaffen.


Wieder in Vang. Die Wanderung war anstrengend, wir sind froh, die teilweise steilen und schwer zugäglichen Wege gut bewältigt zu haben und gönnen uns ein fettes Eis im Hafen.


Noch mal kehren wir in ""Dideriks Veranda" in Sandvig ein und stellen fest, dass zu diesem Laden auch ein Hotel gehört.
Der Aufgang zum Hotel. Sehr stilvoll. Das nächste Mal hier?


Autos aufgepasst!


Zum Abendessen laufen wir dann noch einmal nach Allinge-City an diesen schönen Häusern und Gärten vorbei, schon etwas wehmütig. Das "Gammle Posthus", unser Lieblingsrestaurant, ist leider voll, alles belegt und reserviert. Wir gehen ins "Margeritten".
Gullideckel, Ob die Ratten in Allinge lesen können?


Abschiedsbierchen in der Rogerie. Nette Dänen knipsen uns.




Far vell, Allinge!

Freitag, 22. Juli 2016

11. Tag Hitzewelle

Eine Hitzewelle erreicht uns. 10 Grad mehr als letzte Woche. Oder noch mehr. Wir radeln trotzdem. Nachdem wir den Radweg nach Gudhjem hinreichend gegeißelt haben, wählen wir einen Weg über das Inselinnere. Über Rö und auch das sagenumwogene "Spellinge Mose" taucht wieder auf. Wie eine Fata Mogana. Es gibt Bilder von erschöpften älteren Männern (mich), die wir hier nicht zeigen wollen.



So sieht das Landesinnere aus, Herrschaften, rauf und runter. Immerhin behauptet diese Strecke nicht, ein Fahrradweg zu sein. Dafür ist sie verkehrsarm und durchgehend asphaltiert.


Ich finde, man sieht die Hitze förmlich. Der Kontrast zwischen dem reifen Korn und dem blauen Meer, zwischen oben und unten ist immer wieder ein Genuß. Bis zur nächsten Steigung.
Wir erreichen das erschlaffte Gudhjem. Das Schiff, das von der vorgelagerten "Erbseninsel" kommt, ist gerade zurück. Es gibt ein paar kleinere Inseln bei Bornholm, genannt die Erbseninseln, etwa 1 Stunde mit dem Schiff entfernt. Ein beliebtes Ausflugsziel.


Ansonsten ruht der Hafen.


Was denkt die sich wohl in der Mittagshitze?


Gudhjem. Ohne die Ostsee im Hintergrund könnte es auch ein hessisches oder fränkisches Dorf sein. Rot behütete Häuschen , dicht gedrängt um die Kirche geschart.



Am Abend, frisch geduscht, gehen wir dann noch mal aus, den Flüssigkeitsverlust ausgleichen.
 
Wir landen in Sandvig, in einer bourgeoisen Kneipe (Vera). Man muß sagen, dass sie sehr schön gelegen ist und wir einen tollen Ausblick auf die See haben. Aber es gibt nur "Craftbier". Hopfen aus Australien, dem Elsaß (!), Belgien usw., aber "handwerklich" gebraut in Bornholm. Dafür sauteuer. Erklärt uns so ein Raster-Typ, der hinter dem Tresen steht. Das Craftbier wird leider nur in Flaschen gereicht, dabei hat der Typ fünf Zapfhähne zur Verfügung!

Dieses kleine Fischerboot paßt jezt gar nicht. Keine Romantik, Vera ist auf Krawall gebürstet! Diese Surftypen gibt es doch eigentlich gar nicht mehr!

Und wieder zeigen wir die Bilder nicht, wir möchten niemanden verunglimpfen. Aber diese "Surftypen": Lange, blonde Haare, Sonnenbrille ins Haar gesteckt, weißes Hemd, 3 Knöpfe auf, Goldkettchen, um die 40 ...


Man versammelt sich, um Sonnenuntergang zu schauen.


Die Sonne geht unter, die Hitze ebbt ab.



Beschwingt, in klassenkämpferischer Grundeinstelltung, Vera erinnert an ihre Herkunft als Arbeiterkind, "diese Surftypen, das es die noch gibt!", doch auch angefüllt mit den schönen Bildern des Tages und ausgeglichenem Flüssigkeitshaushalt, gehen wir nach Hause.


Donnerstag, 21. Juli 2016

10. Tag Düsende Dänen

Ein neuer Tag beginnt und das ist unsere Pension. Rechts die Rezeption, links der Geräteschuppen für den Garten.


Was machen wir heute? Spazieren gehen in Sandvig und abends Musik!


In Sandvig gibt es viele, alte Häuser, oft mit Bauernrosen umgeben.


Das Wetter lockt. Nicht zu warm, nicht zu kalt, nicht zu windig.


Wir betreten "Dideriks Veranda", eine Gallerie mit Kunst, ein Cafe, einen Gemischtwarenladen.
Es gibt Socken.


Es gibt Lakritze und "local" Schnaps. Local ist das aktuelle  Zauberwort auf Bornholm. 




... Kissen ...
und einen wunderbaren Raum mit schweren Holzmöbeln, Ausblick auf die Ostsee und local Bier, das sehr gut schmeckt.



Kissenkäufer.


Wir spazieren weiter Richtung Steinbruch.. Was ist denn da für ein merkwürdiges Geräusch?


Auf einmal öffnet sich der dichte Wald  und der alte Steinbruch mit See wird sichtbar.















Tja, und dann das hier. Zuerst können wir nichts erkennen, hören nur das laute Surren der Rollen auf dem Seil und dann den Platsch beim Aufprall auf dem Wasser und dann sehen wir diese grandiose Konstruktion. Eine tolle Idee, von der bestimmt alle schon mal geträumt haben - hier ist sie realisiert.
(Beim iPad kommt hier nix. Wir arbeiten dran)


Hier tauchen die kühnen Gleiter ins Wasser ein und werden gestoppt,Großartig, wir sind schwer beeindruckt.

Über dem See kreisen diese Vögel. Was wollen die?


Wir kehren zurück nach einem dann doch zweistündigen Spaziergang und schauen uns die erste Band des Svanige-Musikfestivals an. Musik der 70-iger und 80-iger Jahre. Flott, die Jungs können was.


Das Publikum nimmt's gelassen.


Dann tritt eine Tanzgruppe auf, Line-Dance heißt das wohl. Nicht sehr perfekt, aber die Frauen haben ihren Spaß.


Das war der aufregende Tag in Allinge-Sandvig.



Mittwoch, 20. Juli 2016

9. Tag Märchenstunde

"Bisher war kaum bekannt, dass an der rauhen Nordseite
der kleinen Insel Bornholm, hoch oben über der Steilküste,
unter dichten Sträuchern verborgen, in düsteren geheimnisvollen
Tälern und im Schatten gewaltiger Granitbrocken
versteckt, eine erstaunlich große Anzahl wilder Möpse lebt."

So fängt sie an, die Geschichte über die Wildmöpse in Bornholm. Eine äußerst amüsante, kurzweilige Liebeserklärung an das Leben hier auf der Insel. Wir haben sie heute gehört bei der Märchenstunde in "Dines Lille Maritime Cafe".

Hier kann man sie vollständig lesen:




Ein "muß" für alle Mops-Liebhaber




Fischräucherei in Allinge


Es gibt in Allinge zwei Fischräuchereien. In beiden kann man den ganzen Tag Fischbuffet essen. Für 198 Kronen (ca. 28 Euro) kann man sich Heringe in allen Variationen, Lachs und geräucherte Makrele, sowie Pommes und Kartoffelsalat aufladen, soviel man möchte. Der Fisch schmeckt gut, aber es ist schon ziemlich schwere Speise. Die Beilagen - naja. Dass hat der Däne nicht so drauf.

Daneben gibt es noch ein extra Fischgeschäft, wo man einzelne Fische kaufen kann, roh oder gebraten oder geräuchert. Insgesamt die tragende Säule der Ernährung vieler hungriger Touristen.


Die 2. Säule sind die Burger-Imbißbuden. Burger und Pommes, fertig. Dann gibt es noch ein paar Pizzerien und dann das "Gammle Posthus". Da kann man richtig gut essen, ist aber auch teurer. Das ist die kulinarische Szenerie in Allinge und sie dürfte zu den anspruchsvolleren in Bornholm gehören.

Wasserfall, der größte auf Bornholm.



Wir fahren am späten Nachmittag zu Märchenstunde im Cafe Lille Maritime. Auf dem Weg dahin machen wir einen Abstecher zum bekannten Döndalen-Wasserfall. Er ist wohl gerade nicht so in Form.

Zur gleichen Zeit sind auch ein paar Dänen dabei und es ist immer leicht, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Einer kann immer deutsch, englisch sowieso, und sie sind sehr freundlich und offen. Hier haben sie sich quasi für die mickrigen Wasserfall entschuldigt, in Dänemark sei halt alles etwas kleiner und dann haben sie uns sehr leckere Lakritze angeboten. Entschuldigung angenommen!



Der im gestrigen Bericht angesprochene, offizielle Radweg Richtung Guldhjem, an dem das Cafe Lille liegt.Wir müssen schauen, dass wir noch vor Einbruch der Dunkelheit zurück radeln, im Dunkeln möchte man hier nicht fahren müssen. Im Hellen, auch nicht, es gibt aber keine Alternative.

Am Eingang vom Cafe. Ein Hinweis darauf, dass hier oben ohne bedient wird.


Das Cafe liegt traumhaft. Hier frühstücken auch die Pensionsgäste.

Schwalben beobachten das Geschehen.


Wir gönnen uns erst mal ein Bier, es ist relativ warm und wir sind nach der Fahrt durstig.


Dann beginnt die Märchenerzählern.
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Die Frau heißt Elke Wirth und sie macht das sehr gut. Die Märchen trägt sie frei vor, das heißt, sie kann sie auswendig. Gute Stimme, gute Artikulation, macht Spaß. Dazwischen Musik von 2 Musikern, die sich zufällig mit Elke Wirth getroffen haben. Paßt auch.



Dann liest der Mann der Märchenerzählerin mit tiefer Stimme, ruhig und konzentriert die Geschichte vom Mops auf Bornholm. Im Hintergrund die Musiker.


Ein netter Abend, man ist dankbar für Abwechslung und bekommt eine Vorstellung davon, wie die Bornholmer zusammenrücken, und Geselligkeit pflegen, wenn die Saison vorbei ist und sie unter sich sind.

Heimfahrt, es wird schon dunkel. Links, das ist Vera.


Abendstimmung. 15 km bis nach Allinge, die reißen wir mittlerweile auf der linken Arschbacke ab.