Donnerstag, 14. Juli 2016

3. Tag Jazz in Allinge


Ja, was ist das denn, am frühen Morgen? Jazzfestival. Da darf man sowas, da gehört sich das so.

Heute startet das 16. Allinge Jazzfestival. So um die 20 Bands spielen in den nächsten 3 Tagen in Kneipen, Zelten und Gärten. Zum Beispiel auch bei unserer Pension. Keine Supergruppen, aber auch nicht schlecht. Macht einfach Spaß, wenn Du durch den Ort läufst und von überall her Musik erklingt. Kostet nix, die Menschen trinken eifrig, um die Veranstalter zu unterstützen. Und deshalb auch schon am frühen morgen, wobei wir den ganzen Tag keinen sehen, der zu viel getrunken hätte. Überhaupt recht gesittet, die Dänen.


Jazz am Morgen. Mitten im Hafen machen die alten Herren Stimmung



Jazz am Mittag, bei uns im Garten, Klasse Truppe, hervorragende Musiker, leider nur Funk. Aber den gut und 2 Stunden lang.



Frokost = Mittagessen. Wie gesagt, der Däne ist kein Kostverächter.

Auch die ganz normalen Leute trinken ein Gläschen zum Essen. Bei uns siehst Du ja immer nur diese sauertöpfischen Sprudeltrinker, die selbst abends in der Wirtschaft nichts trinken. Ja, weswegen gehe ich denn in eine Wirtschaft? Natürlich um zu genießen, zu quatschen und vielleicht auch um Leute kennen zu lernen. Wenn ich dann kein Auto fahren will, fahre ich eben Bus, Bahn oder nehme ein Taxi. An Lebensfreude und Genußfähigkeit könnten wir vielleicht von den Dänen lernen.


Am Nachmittag. Wir gehen spazieren.

Das Problem ist: Es ist einfach relativ kalt. Wir haben 16 Grad und manchmal Wind, da sitzt Du nicht lange im Freien, um zu zuhören. Oder, um es mit den Worten von Wetterfrosch Sven Plöger zu sagen, als die Temperaturen einmal auf 27 Grad stiegen: Dieses Jahr fällt der Sommer auf einen Donnerstag.
Ansonsten findet er nicht statt.


Potentieller Badestrand. Es ist 16 Grad Celsius. Aber schönes Haus im Hintergrund.


Jazz am Abend. Sehr melodisch, sehr gefühlvoll. Wir aber gehen essen und hören die Jazzklänge nur von ferne.


Wir lesen viel. Ich habe mir "Pelle der Eroberer" heruntergeladen von Martin Andersen Nexö. Benannt nach dem Ort Nexö auf Bornholm, denn der 1. Band handelt vom Leben des Autors auf Bornholm. Leider gibt es nur den 2. Band als E-Book. Der Mann kann schreiben, genau beobachten, blumenreiche Sprache, aber halt Kommunist. Die Armen sind immer die Guten, die schuften und ausgebeutet werden, die Reichen sind fiese Charaktere, die auf Kosten der Armen leben. Als seien die Armen moralisch besser, ich glaube, das war noch nie so.

Vera liest Sophie Bonnet, die von der Autorenlesung auf Schoß Loersfeld. "Provenzalische Geheimnisse", Mord, geplatzte Hochzeit, der einsame, aber edle Kommisar ... 

Wie gesagt, der Sommer fiel auf einen Donnerstag und der ist vorbei.

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