Freitag, 22. Juli 2016

11. Tag Hitzewelle

Eine Hitzewelle erreicht uns. 10 Grad mehr als letzte Woche. Oder noch mehr. Wir radeln trotzdem. Nachdem wir den Radweg nach Gudhjem hinreichend gegeißelt haben, wählen wir einen Weg über das Inselinnere. Über Rö und auch das sagenumwogene "Spellinge Mose" taucht wieder auf. Wie eine Fata Mogana. Es gibt Bilder von erschöpften älteren Männern (mich), die wir hier nicht zeigen wollen.



So sieht das Landesinnere aus, Herrschaften, rauf und runter. Immerhin behauptet diese Strecke nicht, ein Fahrradweg zu sein. Dafür ist sie verkehrsarm und durchgehend asphaltiert.


Ich finde, man sieht die Hitze förmlich. Der Kontrast zwischen dem reifen Korn und dem blauen Meer, zwischen oben und unten ist immer wieder ein Genuß. Bis zur nächsten Steigung.
Wir erreichen das erschlaffte Gudhjem. Das Schiff, das von der vorgelagerten "Erbseninsel" kommt, ist gerade zurück. Es gibt ein paar kleinere Inseln bei Bornholm, genannt die Erbseninseln, etwa 1 Stunde mit dem Schiff entfernt. Ein beliebtes Ausflugsziel.


Ansonsten ruht der Hafen.


Was denkt die sich wohl in der Mittagshitze?


Gudhjem. Ohne die Ostsee im Hintergrund könnte es auch ein hessisches oder fränkisches Dorf sein. Rot behütete Häuschen , dicht gedrängt um die Kirche geschart.



Am Abend, frisch geduscht, gehen wir dann noch mal aus, den Flüssigkeitsverlust ausgleichen.
 
Wir landen in Sandvig, in einer bourgeoisen Kneipe (Vera). Man muß sagen, dass sie sehr schön gelegen ist und wir einen tollen Ausblick auf die See haben. Aber es gibt nur "Craftbier". Hopfen aus Australien, dem Elsaß (!), Belgien usw., aber "handwerklich" gebraut in Bornholm. Dafür sauteuer. Erklärt uns so ein Raster-Typ, der hinter dem Tresen steht. Das Craftbier wird leider nur in Flaschen gereicht, dabei hat der Typ fünf Zapfhähne zur Verfügung!

Dieses kleine Fischerboot paßt jezt gar nicht. Keine Romantik, Vera ist auf Krawall gebürstet! Diese Surftypen gibt es doch eigentlich gar nicht mehr!

Und wieder zeigen wir die Bilder nicht, wir möchten niemanden verunglimpfen. Aber diese "Surftypen": Lange, blonde Haare, Sonnenbrille ins Haar gesteckt, weißes Hemd, 3 Knöpfe auf, Goldkettchen, um die 40 ...


Man versammelt sich, um Sonnenuntergang zu schauen.


Die Sonne geht unter, die Hitze ebbt ab.



Beschwingt, in klassenkämpferischer Grundeinstelltung, Vera erinnert an ihre Herkunft als Arbeiterkind, "diese Surftypen, das es die noch gibt!", doch auch angefüllt mit den schönen Bildern des Tages und ausgeglichenem Flüssigkeitshaushalt, gehen wir nach Hause.


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